| Start 2.9. Tanzträume – Jugendliche tanzen KONTAKTHOF von Pina Bausch Deutschland 2009. Regie: Anne Linsel. 92 Min. Ein Jahr lang erarbeiteten knapp 50 Wuppertaler Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren aus unterschiedlichen Verhältnissen das Tanztheaterstück "Kontakthof" von Pina Bausch, bevor es im November 2008 aufgeführt wurde. Die fesselnde Dokumentation beschreibt die intensive Annäherung an den Stoff, vermittelt die Begeisterung der Jugendlichen und macht sicht- wie nachempfindbar, wie die künstlerisch anspruchsvolle Auseinandersetzung mit Gefühlen, Ängsten, Schüchternheit und Scheu die Erlebnis- und Gefühlswelt aller Beteiligten bereichert. - Sehenswert ab 14. Zara Schweiz/Niederlande/Türkei/Österreich 2009. Regie: Ayten Mutlu Saray. Mit Newroz Baz (Hidir), Serpil Öcal (Mirka), Barbara Sotelsek (Nursa). 85 Min. Verleih: Cineworx. Das Dorf Zara, gelegen in einer unwirtlichen Ebene, ist Anlaufpunkt für Menschen, die ihre Heimat verloren haben und diesen äußeren Verlust auch innerlich empfinden – ein Ort ohne wirkliche Zeit, der zum Mittelpunkt der Suche nach Geborgenheit und Erinnerung wird, der trotz Verlusten und Zerstörungen die Hoffnung auf eine Zukunft nährt. Der kurdisch-stämmige Filmemacher, der sich in seinen Kurz- und Dokumentarfilmen immer wieder mit dem Verlust von Heimat und mit dem Exil auseinander setzt, inszenierte ein einfühlsames, allegorisch anmutendes Porträt. – Ab 14. Das Leben ist zu lang Deutschland 2010. Regie: Dani Levy. Mit Markus Hering (Alfi Seliger), Meret Becker (Helena Seliger), Veronica Ferres (Natasha), Hannah Levy (Romy Seliger), David Schlichter (Alain Seliger). 87 Min. Ein neurotischer jüdischer Regisseur will seine Karriere wiederbeleben, verzweifelt aber an den Produktionszwängen der Seifenopern, unter denen er arbeiten muss. Das Dilemma wird auch dadurch nicht besser, dass er selbst eine Figur in einem Dani-Levy-Film ist. Trotz des satirischen Film-im-Film-Motivs serviert die Komödie zu viele Banalitäten, um echten Biss zu entwickeln. Eine wenig originelle Nummernrevue, der auch zahllose Stars keine Glanzlichter verleihen. - Ab 16. Le petit Nicolas Frankreich/Belgien 2009. Regie: Laurent Tirard. 91 Min. Verfilmung der französischen Kindergeschichten von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé über den kleinen Nick im atmosphärischen Retro-Look der 1960er-Jahre. In der Rahmenhandlung, die episodische Szenen geschickt miteinander verbindet, engagieren Nick und seine Freunde einen Kidnapper, der Nicks eingebildetes künftiges Geschwisterchen entführen soll. Amüsanter Familienfilm über den Schulalltag und kleinbürgerliche Verhältnisse mit gutem Timing, perfektem Production Design und einer liebenswerten Besetzung. Trotz kleiner Schwächen höchst unterhaltsam. - Ab 10. Going the Distance The Sorcerer’s Apprentice Avatar: Special Edition Start 9.9. Copacabana Frankreich 2010. Regie: Marc Fitoussi. Mit Isabelle Huppert (Babou), Aura Atika (Lydie), Lolita Chammah (Esméralda), Jurgen Delnaet (Bart), Chantal Banlier (Irène). 107 Min. Verleih: Pathé. Eine freiheitsliebende Frau, die nach ihren eigenen Regeln lebt, sich nicht um gesellschaftliche Konventionen schert und von fernen Gefilden träumt, beschließt notgedrungen, ihr Leben in ruhige Bahnen zu lenken, da sich die erwachsene Tochter für sie schämt und sie am liebsten nicht zu ihrer Hochzeit einladen möchte. Sie reist ins winterliche Ostende und versucht, durch einen anständigen, aber ausbeuterischen Job die Achtung und das Herz ihrer Tochter zurück zu gewinnen. Eine bittersüße, melancholische Komödie um das Leben der kleinen Leute, getragen von einer überzeugenden Hauptdarstellerin, die gemeinsam mit ihrer leiblichen Tochter, die ihre Filmtochter spielt, vor der Kamera steht. – Ab 14. Panamericana Schweiz 2010. Regie: Severin Frei, Thomas Rickenmann. 99 Min. Verleih: Moviebiz. Der Dokumentarfilm stellt die Panamericana vor, die längste Straße der Welt, die von Alaska bis nach Argentinien reicht und zwölf Länder miteinander verbindet. Dabei vermeidet er den touristischen Blick üblicher Reisefilme, sondern konzentriert sich auf die Menschen, die an und von der gigantischen Straße leben, und versucht, authentische Einblicke zu vermitteln. – Ab 12. Rio Sonata Schweiz 2010. Regie: Georges Gachot. 84 Min. Verleih: Xenix. Porträt der brasilianischen Sängerin Nana Caymmi, die als eine der wichtigsten Leitfiguren der Musikgeschichte des Landes in den letzten 50 Jahren gilt. Der in sechsjähriger Arbeit entstandene Film stellt nicht nur die Sängerin und ihre Kunst vor, sondern dokumentiert sehr persönliche Begegnungen und lässt andere brasilianische Musikschaffende zu Wort kommen, die sich über die Bedeutung von Nana Caymmi äußern. Über das reine Porträt hinaus verdichtet er sich dabei zu einer Reise durch die Musiktradition Brasiliens. – Ab 12. Min Dît – The Children of Diyarbakir Türkei/Deutschland 2009. Regie: Miraz Bezar. 102 Min. Nach der Ermordung ihrer Eltern durch Angehörige einer paramilitärischen Spezialeinheit müssen sich eine Zehnjährige und ihr kleiner Bruder alleine durch ihre Heimatstadt Diyarbakir schlagen. Eine minimalistisch inszenierte, atmosphärisch dichte Studie, die von überzeugend geführten minderjährigen Laiendarstellern getragen wird und auf die Notwendigkeit der Vergangenheitsbewältigung verweist, wobei der Film geschickt die Schemata eines Kompilationsfilms umgeht. - Sehenswert ab 14. |